Vereinsmitteilungen September 2004
Mitgliederversammlung des Deutschen Stenografenbundes in Bad Nauheim
Bei der Mitgliederversammlung des DStB am 4. April in Bad Nauheim wurde Josef Stehling (Hannover) als Nachfolger von Konrad Weber in den DStB-Vorstand gewählt. Unser Verein wurde durch die 1. Vorsitzende Anke Timme vertreten. Den Bundesvorstand bilden nun:
Karl-Wilhelm Henke Präsident
Wolfgang Klein Vizepräsident
Josef Stehling Vizepräsident
Waltraut Schmitt Schatzmeisterin
Barbara Kijek Schriftführerin
Jochen Schönfeld Bundesjugendleiter
Dem Systemausschuss gehören an: Klaus-Wilfried Schwichtenberg (Darmstadt), Georg Preuß (Leipzig) und Dr. Hans Andreas Kroiß (Ottobrunn).
NORDDEUTSCHE
MEISTERSCHAFTEN
Am 25. September 2004 finden wieder die alljährlichen Norddeutschen
Meisterschaften statt. Austragungsort ist diesmal Goslar. Es werden sich neun
Wettschreiber(innen) und ein Helfer auf den Weg machen die Plätze nach
Schleswig zu holen. Damit das auch gelingt, hoffen wir auf Euer/Ihr
Daumendrücken aus der Heimat.
Sozialer Tag
Einen Tag im Stenografenverein arbeiten! Was sich vier Schüler darunter vorstellten, einmal nicht in die Schule, sondern zu uns als "Bürokräfte" ins Büro zu kommen, hatten sich Hauke Timme, Tim Jahnke, Henrik Schmidt und Timo Bamler sicher so nicht gedacht. Es begann mit einer halbjährlich wiederkehrenden Tätigkeit, nämlich dem Bekleben, Stempeln und Sortieren von 1200 Briefhüllen für das Versenden der Herbstprogramme. Nach kurzer Zeit hatten die vier ein rationelles System und Hand in Hand ging die Arbeit flott über die Bühne. Dann war ein Schrank zum Säubern und Aufräumen dran. Und dieser weckte das besondere Interesse der Schüler, da hier stenografische Literatur aus dem Jahre 1858 sowie Vereinsmitteilungen, die über 100 Jahre alt waren und auch die Blütezeit der Stenografenvereine in den 30er-Jahren dokumentierten, vorgefunden wurden. Akribisch wie 14-Jährige sonst eigentlich nicht sind, wurden diese Bände nach Jahrgängen entstaubt und wieder einsortiert. Ich musste beweisen, dass ich noch die kurzschriftlichen Hefte wie "In geheimer Mission" oder aus "Heitere und ernste Geschichten" lesen kann. Gern hat der Stenografenverein das Arbeitsentgelt für die vier fleißigen Helfer an die Organisation "Schüler helfen Leben" überwiesen.
Eine Vielzahl an doppelten Exemplaren Lehrbücher für
Kurzschrift und Maschinenschreiben geben wir gern kostenlos an Interessierte ab.
Anke Timme
Dass unsere Teilnehmerinnen des Sekretariatsassistentinnen-Lehrgangs II gelernt haben, wie ein Verlaufsprotokoll anzufertigen ist, beweist Frau Claudia Crusius nachstehend:
Anlass: Fachkundefahrt des Stenografenvereins in den
Landtag nach Kiel
Datum: 27. August 2004
Beginn: 08:50 Uhr Ende: ca. 15:00 Uhr
Anwesende: Anke Timme, Vereinsvorsitzende
Ilona Bamler, Fachdozentin für Aus- und Weiterbildung
Veronika Kretzinger, Dozentin
Kirsten Lege, Sekretärin
Wolfgang Bamler, Dozent
Wolfgang Spicale, Dozent
10 Lehrgangsteilnehmerinnen (Sekretariatsassistentinnen)
Text:
Um 08:50 Uhr treffen sich die Anwesenden zum großen Teil am Bahnhof in
Schleswig. Die Fehlenden steigen am Bahnhof in Owschlag zu. Um 10:10 Uhr treffen
die Teilnehmerinnen am Zielbahnhof in Kiel ein.
Um ca. 10:15 Uhr wird die Gruppe von zwei weiblichen Jugendlichen angepöbelt. Frau Crusius, eine der Lehrgangsteilnehmerinnen, erlaubt sich einen Einwurf und wird daraufhin von einer der jugendlichen Damen bedroht. Frau Walter bekräftigt, sie würde bereit sein, ihren Regenschirm zum Einsatz zu bringen. Die Lage entschärft sich dann aber rasch.
Zu Fuß setzt sich die Gruppe in Bewegung, um die ca. 40 Min. Fußmarsch zum Kieler Landtag in Angriff zu nehmen. Einige Teilnehmerinnen erwähnen die Möglichkeit, dass dieser lange Fußmarsch auch durch eine Busfahrt ersetzt werden könne. Der Einwurf wird von den Dozentinnen missachtet.
Nach ca. 30 Min. unterbricht Frau Timme, die schon von Anfang an eine mysteriöse blaue Kühltasche mit sich trägt, den Fußmarsch. Sie öffnet die Tasche unter einer Brücke und nimmt eine Flasche Sekt, eine Flasche Prosecco sowie Plastikbecher und Schokolade heraus. Die Getränke werden unter den Teilnehmerinnen ausgeteilt. Jeder darf sich etwas von der Schokolade nehmen. Frau Timme begründet ihr Verhalten mit der Feier ihres 50sten Geburtstages. Die Erläuterung wird von allen Anwesenden akzeptiert. Es kommt die Frage auf, wo man die Reste der Spirituosen aufbewahren soll. Da man davon ausgeht, dass Alkohol in dieser Gegend, wenn man ihn unter einer Brücke zurücklässt, nicht lange dort steht, wird dieser Weg der Entsorgung einstimmig angenommen.
Um 10:40 Uhr wird der Weg zum Landtag fortgesetzt und 10 Min. später ist die Gruppe da. Im Eingangsbereich warten noch die beiden männlichen Teilnehmer. Ungeduldig äußern sie ihren Unmut über die Verspätung der Damen. Einige Teilnehmerinnen weisen auf ihren Drang hin, die Örtlichkeiten aufzusuchen und versuchen in Eigenregie diese aufzufinden. Sie werden vom Pförtner gestoppt und ihnen wird freundlich der richtige Weg erklärt.
Anschließend müssen alle Anwesenden ihre Jacken und größeren Taschen abgeben. Eine Mitarbeiterin des Landtages ist für die Betreuung der Gäste zuständig und erläutert kurz den Ablauf des Besuchs. Um 11:20 Uhr nehmen alle Teilnehmer an der laufenden Plenarsitzung teil. Sie dauert ca. eine Stunde. Einige Teilnehmer, auch aus einer anderen Besuchergruppe, verdeutlichen trotz vorherigem ausdrücklichem Verbot dennoch ihren Unmut über das im Plenarsaal Gesagte.
Um 12:30 Uhr findet eine Diskussionsrunde mit drei Landtagsabgeordneten verschiedener Parteien statt. Sie beantworten Fragen und nehmen die Anregungen aus der Gruppe entgegen. Herr Bamler, Dozent und Revoluzzer, erörtert seinen Einwand und beginnt eine Diskussion.
Gegen 13:00 Uhr wird die Gruppe durch eine Sicherheitsschleuse in die Kantine begleitet. Die ersten Teilnehmerinnen verabschieden sich und begeben sich auf den Heimweg. Die restlichen Teilnehmer informieren sich anhand der Speisekarte über die angebotenen Speisen und nehmen das Mittagessen ein.
Anschließend ist der offizielle Teil der Veranstaltung beendet und alle machen sich auf den Weg zum Bahnhof. Die beiden männlichen Teilnehmer begeben sich zu ihrem Fahrzeug. Herr Bamler hat inzwischen aus Sicherheitsgründen die ominöse Kühltasche der Frau Timme an sich genommen. Dieses wird allgemein begrüßt. Das Ende der Fachkundefahrt wurde um 14:00 Uhr mit der Abfahrt der NOB eingeläutet.