Vereinsmitteilungen April 2001

Tastschreiben für Kinder und Jugendliche

- Ein Bericht über das Bundesseminar in Schleswig von Kirsten Zander, Flensburg - 

Am 24. März 2001 fand in Schleswig ein Seminar des Deutschen Stenografenbundes mit dem Thema "Tastschreiben für Kinder und Jugendliche" statt. Dozenten waren Karl-Wilhelm Henke, Präsident des Deutschen Stenografenbundes, und Anke Timme, 2. Vorsitzende und Unterrichtsleiterin beim Schleswiger Stenografenverein. An diesem Seminar nahmen 21 Frauen, hauptsächlich aus dem norddeutschen Raum, teil; eine Teilnehmerin war jedoch extra aus Goslar angereist.

Nach der Begrüßung zeigte Frau Timme Möglichkeiten auf, wie Vereine ihr Lehrgangsangebot besser auf junge Teilnehmer/innen abstimmen können. Dazu gehören beispielsweise die Unterteilung in Kinder- und Schülerkurse, der Unterricht im Tastschreiben am PC, die Durchführung von Ferienseminaren, Angebote für Seh- und Hörgeschädigte bzw. Legastheniker, die Einbindung der jugendlichen Teilnehmer in den verein durch z. B. Wettschreiben, aber auch Kinobesuche, Spieleabende usw., kind- bzw. schülergerechte Unterrichtszeiten. Frau Timme machte deutlich, dass bei den Kinderkursen neben dem Erlernen des Tastenfeldes z. B. das Erstellen und Drucken von Einladungen gezeigt werden könnte. Die Kinder können dann in der Praxis ihre Freunde mit selbstgestalteten und -gedruckten Geburtstagseinladungen überraschen. Die Schülerkurse sollten dagegen Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf beinhalten.

In seinem Referat "Methodik und Didaktik des Tastschreibens für Kinder und Jugendliche" zeigte Herr Henke verschiedene Methoden zur Erarbeitung des Tastenfeldes auf. Es gibt Unterrichtsmethoden, die sich nach der Anzahl der Griffe (Ein-, Zwei-, Mehrgriffmethode und ganzheitliche Methode), nach der Körpersymmetrie (korrespondierende und nicht korrespondierende Körpersymmetrie) und nach der Ttenbelegung (Reihen-, Finger-, Häufigkeits-, Schwierigkeitsprinzip) richten. Herr Henke wies darauf hin, dass in der Praxis meist nicht nach einer Methode, sondern nach einer gemischten Form unterrichtet wird. Am effektivsten ist eine Mischung aus Finger- und Häufigkeitsprinzip. Dadurch kann man schon in den ersten Unterrichtseinheiten einen Großteil aller Wörter von den Schülern schreiben lassen. Neu bzw. ungewohnt für viele Seminarteilnehmerinnen war sicherlich die Erarbeitung der Zifferntasten, wie sie Herr Henke vorschlug. Er führte aus, dass sich die Schüler nach seinen Erfahrungen die Belegung der Zifferntasten besser merken können, wenn die Ziffern von links nach rechts in zwei Unterrichtseinheiten durchgenommen werden.

Zur Didaktik gab Herr Henke einige Anregungen, wie der Unterricht - gerade für junge Unterrichtsleiter/-innen - interessant und abwechslungsreich gestaltet werden kann. Wichtig ist der Einsatz verschiedener Medien, wie z. B. Lernbuch, Projektor, Beamer, Ansage usw. Auch die einzelnen Einheiten sollten für die Schüler und Kinder nicht zu lang sein. Der Dozent kann beispielsweise die Schüler Sätze aus dem Lernbuch nach Alphabet umstellen oder alle Verben und Substantive aus dem Satz heraussuchen lassen. 

Um die jungen Schüler vertrauter mit dem PC zu machen, können Wörter mit dem Cursor nach Ansage angesprungen oder markiert werden. Es können auch Wörter hinzugefügt oder gelöscht werden. Wenn genügend Unterrichtszeit zur Verfügung steht, kann der Dozent auch mehr Hardware- und Softwareinformationen in den Unterricht einbauen oder Deutsch- und Geografieübungen mit den Schülern machen.

Zum Abschluss stellte Anke Timme neue Lehrgangsangebote für Kinder und Jugendliche vor und gab noch einige Anregungen für eine Diskussion, die anschließend bei Kaffee und Kuchen stattfand.

Alle Teilnehmerinnen waren sich einig, dass es sich gelohnt hat, am Sonnabend nach Schleswig zu fahren, und dass sie viele Anregungen für den eigenen Unterricht mit nach Hause nehmen konnten.

Neues aus dem Verband

Der Vorstand des Norddeutschen Stenografenverbandes hat einige Änderungen die Wettschreiben betreffend beschlossen, die sich erstmalig bei den Norddeutschen Meisterschaften 2001 auswirken werden:

Im Tastschreiben wird nur noch das Schnellschreiben (30 Minuten) für die Meisterklasse und 20 Minuten für die Praktikerklasse durchgeführt.

Beim Computerschreiben werden Punkte aus dem Schnellschreiben angerechnet, sodass dieser Wettbewerb nur noch aus der Textbearbeitung und -gestaltung besteht. Wer allerdings nicht am Schnellschreiben teilgenommen hat, muss nach wie vor seine Schreibfertigkeit auf der Tastatur in der Texterfassung (10 Minuten) nachweisen; denn die Wettschreibordnung des Stenografenbundes sieht vor, dass beide Aufgaben bestanden sein müssen.

Bei den Kurzschriftwettbewerben treten keine Änderungen ein.

Bei den Verbandswettschreiben - in diesem Jahr vom 05.11. bis 08.12. - kann in gleicher Weise verfahren werden.

Die Mitgliederzahlen im Verbund sind auch im letzten Jahr bedauerlicherweise weiter zurückgegangen. 26 Vereine gehören dem Verband noch an. Die Mitgliederzahl, die an den Stenografenbund für 2001 gemeldet wurde, beträgt noch 1674. Sie ist um rund 10 % niedriger als die Mitgliederzahl für das Jahr 2000.

 

Jahreshauptversammlung

Wir erinnern an die Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 25. April 2001, 19:00 Uhr, im Hotel "Stadt Hamburg". Wegen der personellen Veränderungen , die bevorstehen, würden wir uns freuen auch ältere und ehemals aktive Mitglieder begrüßen zu können.